27 Aug
Neuhadern vor dem ersten Heimspiel - Topfavorit SV Lohhof zu Gast
Neue Anstoßzeit 14:30 Uhr
01 Sep
FC Neuhadern - SV Lohhof 1:2
Starke Reaktion bleibt unbelohnt
Der FC Neuhadern musste sich am Sonntag dem SV Lohhof mit
1:2 geschlagen geben. Dabei erlebte die Mannschaft zwei völlig unterschiedliche
Halbzeiten: Nach einer katastrophalen ersten halben Stunde zeigte Neuhadern
nach der Pause ein komplett anderes Gesicht, kämpfte sich zurück in die Partie
und hatte nach dem Ausgleich sogar die Möglichkeit, das Spiel noch zu drehen.
Am Ende schlug Lohhof jedoch im Stile einer Spitzenmannschaft genau im
richtigen Moment zu.
Katastrophaler Start
Die ersten 30 Minuten gehörten klar den Gästen. Neuhadern
kam überhaupt nicht in die Partie und ließ vieles vermissen, was die Mannschaft
eigentlich auszeichnet.
Fehlpässe, Ungenauigkeiten, falsche Entscheidungen und
fehlende Absprachen sorgten dafür, dass Lohhof immer wieder gefährlich in
Richtung Neuhadener Tor kam.
„Die erste halbe Stunde war katastrophal“, fand Trainer
Dario Casola deutliche Worte. „Wir waren in praktisch allen Bereichen zu
ungenau, haben falsche Entscheidungen getroffen und uns teilweise überhaupt
nicht abgesprochen.“
Neuhadern konnte sich glücklich schätzen, zu diesem
Zeitpunkt nicht bereits deutlich höher zurückzuliegen.
In der 34. Minute fiel dann folgerichtig das 0:1. Nach einem
Abstimmungsfehler zwischen Patrick Nothhaft und Korbinian Jürgens nutzte Lohhof
die Situation konsequent aus.
Erst nach dem Gegentor bekam Neuhadern die Partie langsam
besser in den Griff und konnte sich bis zur Pause stabilisieren.
Wie ausgewechselt
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Mannschaft dann
wie ausgewechselt.
Neuhadern fand deutlich besser in die eigenen Abläufe,
spielte wieder den gewohnten Fußball und setzte Lohhof zunehmend unter Druck.
Immer wieder wurde der Gegner tief in die eigene Hälfte gedrängt.
„In der zweiten Halbzeit war das ein komplett anderes Spiel
von uns“, so Casola. „Wir waren viel mutiger, sauberer und haben wieder das
gemacht, was wir eigentlich spielen wollen.“
Lohhof zog sich zunehmend zurück und operierte offensiv fast
ausschließlich mit langen Bällen. Darauf war Neuhadern jedoch gut vorbereitet.
Vor allem das Gegenpressing funktionierte nun sehr gut und sorgte dafür, dass
die Gäste nur selten zu kontrollierten Angriffen kamen.
In der 68. Minute wurde der zunehmende Druck von Neuhadern
zusätzlich sichtbar: Nach wiederholtem Foulspiel musste ein Lohhofer Spieler
mit Gelb-Rot vom Platz. Neuhadern hatte damit die Überzahl erzwungen – und
Lohhof stand anschließend noch tiefer in der eigenen Hälfte.
Das Problem: Aus der eigenen Überlegenheit machte Neuhadern
zunächst zu wenig.
„Wir haben viele gute Situationen erarbeitet, aber die
Angriffe nicht zwingend genug ausgespielt“, analysierte Casola. „Da müssen wir
noch konsequenter werden.“
Später Ausgleich – und plötzlich Momentum
In der 81. Minute war es dann endlich soweit.
Nach einem guten Spielzug über die linke Seite setzte Tobias
Flechsig unmittelbar nach Ballverlust des Gegners mit starkem Gegenpressing
nach. Der Ball landete bei Quirin Jürgens, der vor dem Tor eiskalt blieb und
zum inzwischen verdienten 1:1 vollendete.
Plötzlich schien das Momentum komplett auf Seiten des FC
Neuhadern zu liegen.
„Nach dem 1:1 hatte man schon das Gefühl, dass wir das Spiel
jetzt vielleicht komplett drehen können“, sagte Casola.
Doch Lohhof zeigte unmittelbar danach, warum die Mannschaft
zu den stärksten Teams der Liga gehört.
In der 86. Minute bekam Lohhof den dritten Eckball einer
Serie. Dieser wurde sensationell direkt ins lange Eck verwandelt – ein Treffer,
der Neuhadern mitten in der eigenen Drangphase erneut zurückwarf.
„Das ist dann einfach die Qualität einer Spitzenmannschaft“,
so Casola. „Wir hatten gerade den Ausgleich erzielt und waren eigentlich am
Drücker. Und dann kommt so ein Tor.“
Neuhadern gab sich dennoch nicht geschlagen. In der
Schlussphase ergaben sich noch zwei sehr gute Möglichkeiten zum erneuten
Ausgleich, doch beide Chancen wurden nicht genutzt.
Damit blieb es beim 1:2.
Zwei Halbzeiten, ein großes Fragezeichen
Unter dem Strich bleibt eine Niederlage, die aufgrund der
völlig unterschiedlichen Halbzeiten schwer einzuordnen ist.
Ein Unentschieden wäre angesichts der zweiten Hälfte
durchaus ein gerechtes Ergebnis gewesen. Gleichzeitig war Lohhof in der ersten
Halbzeit deutlich näher an weiteren Treffern und hätte die Partie bereits vor
der Pause stärker auf seine Seite ziehen können.
„Wenn man beide Halbzeiten betrachtet, wäre ein
Unentschieden vielleicht nicht ungerecht gewesen“, erklärt Casola. „Aber Lohhof
hat eben genau das gemacht, was eine Topmannschaft auszeichnet: Im
entscheidenden Moment waren sie da.“
Für Neuhadern bleibt vor allem die Erkenntnis, dass man sich
eine derart schwache Anfangsphase gegen einen Gegner dieser Qualität nicht
erlauben darf.
Gleichzeitig macht die Reaktion nach der Pause Mut. Die
Mannschaft zeigte, dass sie spielerisch in der Lage ist, auch einen starken
Gegner über längere Phasen tief in dessen eigene Hälfte zu drücken und mit
gutem Gegenpressing zu kontrollieren.
„Wir müssen aus beiden Halbzeiten lernen“, sagt Casola
abschließend. „Die erste darf uns so nicht passieren. Die zweite zeigt aber,
was in dieser Mannschaft steckt.“
Am Ende steht eine knappe
Niederlage – und die Erkenntnis, dass gegen einen der Topfavoriten der Liga
durchaus mehr möglich gewesen wäre, wenn Neuhadern von Beginn an sein eigenes
Niveau auf den Platz gebracht hätte.
18 Aug
Der FC Neuhadern ist mit einer bitteren 1:2-Niederlage in die neue Pflichtspielsaison gestartet.